Dresdner Elbhänge.html

 
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Blick schräg entlang der Elbhänge von der Martin-Luther-Kirche in der Äußeren Neustadt
Blick vom Loschwitzer Elbhang über Dresden

Die Dresdner Elbhänge sind ein kulturlandschaftlicher Raum in Dresden. Sie bilden den nordöstlichen Rand des Elbtalkessels. Lange Zeit waren sie auch die Stadtgrenze Dresdens und markieren seit der Eingemeindung weiterer Flächen überhalb der Hänge einen Übergang von dicht besiedelten Stadtteilen zu den ländlichen Ortschaften Dresdens.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geografie

Bearbeiten Lage

Der flache Elbhang am Waldschlösschen

Die Elbhänge beginnen in der Radeberger Vorstadt am Waldschlösschen etwa 3,5 Kilometer von der innerstädtischen Brühlschen Terrasse entfernt. Von da verlaufen sie etwa 12,5 Kilometer bis zur Stadtgrenze im Südosten. Mehrfach wird der Elbhang dabei von der Elbe berührt, wodurch der Eindruck eines einseitigen Durchbruchstal entsteht.

Bearbeiten Landschaftliche Einordnung

Die Umgebung der Elbhänge ist stark kulturlandschaftlich geprägt. Im Nordwesten gehen die Hänge in die Dresdner Heide über. Oberhalb der Hänge befindet sich dort der Albertpark, ein kultivierter Teil der Heide. Noch auf Höhe der Heide steigt der Höhenunterschied der Elbhänge von etwa 10 am Waldschlösschen etwa auf 90 bis 100 Meter.

Über den Hänge im Südosten also nördlich der Elbhänge liegt das Schönfelder Hochland, das zu Dresden gehört und hauptsächlich aus landwirtschaftlicher Nutzfläche besteht. Mit bis zu 200 Metern ist dort der Höhenunterschied auch am größten. Im Süden befinden sich mit dem Triebenberg (384 m über NN) auch die höchsten Lagen des Hochlands und Dresdens.

In der Talsohle befindet sich auf gesamter Länge die Elbwiesenlandschaft mit wenigen Resten der natürlichen Auenbewaldung.

Blick vom Rand des Mordgrunds über Dresden

Bearbeiten Nebentäler

Die Elbhänge beginnen hinter dem Prießnitztal anzusteigen und werden an einigen Stellen von weiteren Nebengewässern der Elbe eingekerbt.

Zwischen den Elbschlössern und Dinglingers Weinberg verläuft der Mordgrund. Im Loschwitzgrund, dem Tal des Loschwitzbachs („Trille“), verläuft die für den Stadtverkehr wichtige Grundstraße, die das Blaue Wunder mit der Bautzner Straße (B 6) verbindet. Danach folgen die kürzeren Nebentäler des Wachwitzbachs, des Helfenberger Bachs, des Keppbachs und des Friedrichgrundbachs. Die Grenze zu Pirna wird durch den Tiefen Grund definiert.

Bearbeiten Stadtteile

Wachwitz

An den Elbhängen liegen die Stadtteile Loschwitz, Niederpoyritz, Wachwitz, Hosterwitz, Pillnitz und Oberpoyritz. Viele dieser Stadtteile sind dörflich erhalten oder haben noch einen erhaltenen Dorfkern. Sie liegen auch häufig an Taleingänger der engen Nebentäler.

Überhalb der Elbhänge liegen die Stadtteile Weißer Hirsch, Bühlau und Rochwitz. Bis 1999 waren die Elbhänge auf weiten Strecken Stadtgrenze. Im Südosten liegen die Ortsteile Pappritz, Helfenberg, Malschendorf, Krieschendorf und Borsberg der Ortschaft Schönfeld-Weißig überhalb der Dresdner Elbhänge.

Einige Orte vor allem überhalb der Elbhänge waren Kur- und Erholungsorte, allenvoran der 1921 nach Dresden eingemeindete Kurort Weißer Hirsch-Dresden. Am Übergang von den Elbhängen zur Dresdner Heide entstanden dort bis 1932 ein Sanatorium, Bade- und Sporteinrichtungen.

Bearbeiten Kulturraum

Bearbeiten Weinbau

Der Königliche Weinberg in Pillnitz – rechts im Bild die Weinbergkirche

Im Weinbaugebiet Sachsen sind die Dresdner Elbhänge ein Teil der Großlage im Weinbaugebiet Elbtal. Bei Pillnitz befindet sich eine große Einzellage, der Königliche Weinberg in der Nähe von Schloss Pillnitz, zu dem auch andere Weinberge wie in Wachwitz und an den Elbschlössern gehören.

Der überhalb der Weinberge in Pillnitz verlaufende Leitenweg gehört zum Sächsischen Weinwanderweg.

Bearbeiten Gebäude

Der Fernsehturm überragt die Talsohle um 373 Meter

An den Elbhängen liegen sehr viele bekannte Gebäude und Bauwerke, die zumeist im 19. und 20. Jahrhundert entstanden.

Den Beginn der Elbhänge aus Stadtsicht markieren die drei Elbschlösser Schloss Albrechtsberg, die Villa Stockhausen und Schloss Eckberg. Die beiden ersten Schlösser bedecken den Hang bis zur Elbe durch terrassenartige Gärten und kleine Weinhänge. Alle drei Schlösser entstanden etwa zeitgleich in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Villa Stockhausen, die in den Besitz des Pharmazieunternehmens Karl August Lingner kam, ist auch als Lingnerschloss bekannt.

Unter den Elbschlössern befindet sich das ehemalige Wasserwerk Saloppe, das von 1871 bis 1875 für die Wasserversorgung der Äußeren Neustadt und der Radeberger Vorstadt angelegt wurde.

In Loschwitz befinden sich die beiden berühmten Bergbahnen an den Elbhängen zu beiden Seiten des Loschwitzgrundes. Die Standseilbahn Dresden wurde 1895 eröffnet und überwindet einen Höhenunterschied von 95 Metern. Trotz der Lage an der Talflanke des Loschwitzgrundes durchbricht die Bahn den Hang im Burgbergtunnel und im Prinzeß-Louisa-Tunnel. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Schwebebahn Dresden, die einen Höhenunterschied von 84 Metern überwindet und als älteste Bergschwebebahn der Welt gilt.

Die drei Elbschlösser

Das Schloss Wachwitz bzw. dessen Vorläufer die Königliche Villa Wachwitz war die Sommerresidenz des letzten sächsischen Königs Friedrich August III.. Es wurde später zum Familiensitz der Wettiner ausgebaut und seitdem Schloss Wachwitz genannt.

Der oberhalb des Wachwitzer Elbhangs erbaute Dresdner Fernsehturm überragt mit seinen 252 Metern Gesamthöhe die Talsohle um 373 Meter.

Das Schloss Pillnitz liegt zwar etwas von Hang entfernt, setzt sich aber mit dem Wasserpalais an der Elbe und dem Bergpalais am Elbhang zwischen Elbhang und Elbe.

Auch im Bezug zum Elbhang stehen die beiden kleinen barocken Kirchen Maria am Wasser und die Weinbergkirche. Die Weinbergkirche wurde 1723 bis 1725 nach Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann erbaut und befindet sich im Pillnitzer Weinberg. Maria am Wasser geht auf eine gotische des 15. Jahrhunderts zurück und wurde 1704 in ihre barocke Form gebracht.

Bearbeiten Schutz

Die Hänge des Borsberg und der Friedrichsgrund im Südosten bilden ein 0,84 km² großes Naturschutzgebiet, das am Elbhang überhalb des Pillnitzer Weinhangs beginnt. Schützenswert ist dort vor allem der Schluchtwald im Friedrichsgrund.

Die gesamten Dresdner Elbhängen stromaufwärts von Loschwitz befinden sich im Flora-Fauna-Habitat „Elbtalhänge zwischen Loschwitz und Bonnewitz (FFH 33E)“. Außerdem liegt noch ein Landschaftsschutzgebiet überlagert zum Naturschutzgebiet und Flora-Fauna-Habitat.

Die Dresdner Elbhänge sind eine wesentliche Landschaftskomponente der Kulturlandschaft Dresdner Elbtal, die seit 2004 zum Weltkulturerbe gehört.

Bearbeiten Veranstaltungen

An den Elbhängen und zu ihren Füßen – entlang des Uferstreifens von Loschwitz bis Pillnitz – findet alljährlich Dresdens meistbesuchtes Stadtteilfest, das Elbhangfest, statt.

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